Frohe Weihnacht 2020

By | 16. Dezember 2020

Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir heuer zu Weihnachten zu wahrlich stillerem Feiern verpflichtet sind?

Weihnachten 2020 in KrenglbachIch habe vorhin in meinen Weihnachtswünschen vom Vorjahr gelesen. Die waren voller Zuversicht und Tatendrang, die Projekte und Pläne ausgerollt und alles bereit. Dann im März der große Stop.

Das Land ist ein wenig zusammengewachsen. Urlaub in Österreich war plötzlich nicht schick sondern schön, „kauf regional“ wurde zu einem Ausdruck des Zusammenhalts und die Nächstenliebe und Hilfe für jene, die sie brauchen, fand in einem Maß statt, das seinesgleichen sucht.

Viele von uns mussten mit großen Schwierigkeiten zurechtkommen. Menschen haben ihre Arbeit verloren, andere mussten fürchten, ihre Betriebe nicht halten zu können. Ungleich schwerer trifft es aber jene, die geliebte Menschen verloren haben.

Corona hat eine hässliche Fratze, die es leider nur sehr langsam entblößt. Lange haben viele von uns den Virus als besiegt empfunden, als wir in der Sonne der Sommermonate die Abstandsregeln oft nur mehr aus Gewohnheit einhielten. Wie die grauen Schleier des Nebels im November kam die Gefahr schleichend zurück, um dann mit voller Härte in unsere Mitte zu fahren.

Die Zahlen in Krenglbach sind nach wie vor hoch, sie waren aber schon viel höher und nicht alle Mitmenschen haben überlebt. Euch, die ihr die Verluste zu verschmerzen habt, gehört unser Mitgefühl und Beileid, das ich hier ausspreche.

Ihr, die ihr die Krankheit besiegt habt, seid die Botschafter dessen, was passieren kann, wenn man diesen unsichtbaren Feind unterschätzt. Wir sind froh, dass es Euch wieder gut geht!

Erzählt den Menschen, die noch immer von Corona als einer Medienkampagne sprechen von euren Erfahrungen. Eure Worte haben mir Angst gemacht – eine Angst, die im Angesicht der Bedrohung keinen Schaden anrichten kann.

Was wir noch lernen könnten und sollten ist, auch ohne ein Verbot die Vernunft walten zu lassen. Der oder die einzelne sind vernünftig und überlegt. Ich habe es aber selbst erlebt, dass es nicht immer einfach ist, auch ohne ein geltendes Verbot auf seine innere, vorsichtige Stimme zu hören. Wenn man sich z.B. in einer größeren Gruppe als einziger mit einer Maske bewegt, sind einem gewisse Blicke, die nicht unbedingt alle wohlwollend sind, sicher.

Familie & Freunde

Einen besonderen Stellenwert bekommen Familie und Freunde, wenn man sie nicht jederzeit besuchen kann. Da werden Worte übers Telefon zur liebevollen gegenseitigen Bekundung von Zuversicht, werden Floskeln aus dem Alltag zu Versprechen, die einem nahe gehen. „Wir sehen uns bald“ lässt hoffen und ein „Schau auf dich“ wird zum echten Gefühl der gegenseitigen Wertschätzung.

Dieses intensivere Wahrnehmen des Miteinanders haben wir gelernt. Umso schwerer wird es natürlich, wenn dann gerade eine Feier wie Weihnachten heuer für manche vom opulenten Fest zur intimeren Zusammenkunft in der Stille der Weihnacht wird.

Ich hoffe auf das Licht am Ende des Tunnels und wünsche uns allen, dass dieses Weihnachtsfest ein besonderes wird. Besinnen wir uns auf die wichtigen Dinge und erfreuen wir uns an der gemeinsamen Andacht unterm Weihnachtsbaum.

Ein gesegnetes Fest Euch allen!